Virtueller Besuch von der Doktorandin Valentina Fabris (Universität Trier) im Französischkurs der Jahrgangsstufen 11/12

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „La francophonie et ses aspects historiques, politiques, économiques et socioculturels“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 mit den historischen und gesellschaftlichen Dimensionen der Frankophonie auseinander. Ein besonderer Höhepunkt war der virtuelle Besuch von Valentina Fabris, die ihre Forschung zum Thema „Le français au Togo – un héritage colonial : attitudes et plurilinguisme“ vorstellte.
Ausgehend von den im Unterricht behandelten Grundlagen zur Kolonialgeschichte und ihren Folgen zeigte Frau Fabris am Beispiel Togos, wie stark koloniale Strukturen bis heute wirken. Sie erläuterte die historische Entwicklung des Landes bis zur Unabhängigkeit 1960 und die Rolle des Französischen als Amtssprache.
Die Ergebnisse ihrer Umfrage machten deutlich: Togo ist ein stark mehrsprachiges Land, in dem die Menschen im Durchschnitt mehrere Sprachen sprechen. Während im privaten Alltag – etwa in der Familie oder auf dem Markt – überwiegend lokale Sprachen verwendet werden, dominiert in offiziellen Kontexten wie Schule, Universität oder Verwaltung nahezu ausschließlich das Französische. In den Rückmeldungen der Befragten zeigte sich dabei ein ambivalentes Bild: Viele verbinden mit dem Französischen Bildungs- und Aufstiegschancen sowie bessere berufliche Perspektiven. Gleichzeitig berichteten einige von negativen Erfahrungen, etwa von Sanktionen oder sozialem Druck, wenn in der Schule die eigene Muttersprache gesprochen wurde. Damit erscheint Französisch zugleich als Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe und als sichtbarer Ausdruck des kolonialen Erbes, das bis heute sprachliche Hierarchien prägt.
Im abschließenden Gespräch kam die Frage auf, was sie jungen Menschen – gerade nach dem Abitur – mitgeben möchte. Hintergrund war ihr eigener Weg: Nach dem Abi ging sie mit dem Programm „Weltwärts“ nach Togo, wo ihr Interesse an Sprache, Kultur und kolonialer Geschichte entstand. Sie ermutigte dazu, stereotype Bilder – insbesondere von Afrika – kritisch zu hinterfragen und offen für neue Perspektiven zu sein.
In der darauffolgenden Diskussion hielten die Lernenden auf dieser Grundlage fest, dass der „geographische Zufall“ maßgeblich Lebens- und Bildungschancen beeinflusst. Daraus erwachse die Verantwortung, sich der eigenen kolonialen Geschichte zu stellen und anderen Lebensrealitäten mit Empathie und Respekt zu begegnen. Die Schülerinnen und Schüler waren sich einig, dass eine Welt mit weniger Vorurteilen gerechter und menschlicher wäre.
Abschließend machte der Besuch deutlich, dass das koloniale Erbe und die Frankophonie nicht nur Unterrichtsstoff vergangener Zeiten sind, sondern eine bis heute gelebte Realität. Sprachpolitik, Bildung und gesellschaftliche Chancen zeigen, wie stark Geschichte nachwirkt – und wie wichtig Offenheit und Perspektivwechsel für ein respektvolles Zusammenleben sind.

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